14. AG-Vortragstagung der GPZ-AG (8) Saatgut und Sortenwesen vom 24. bis 26. November 2014 in Gumpenstein “Zukünftiges Saatgut – Produktion, Vermarktung, Nutzung und Konservierung”

 – 136 Teilnehmer –

Organisation:

Heinrich Grausgruber (Tulln), Dr. Anton Brandstetter (St. Pölten), Andreas Börner (AG-Leiter, Gatersleben) und Ulrike Lohwasser (Gatersleben)

Vom 24. bis 26. November 2014 fand in Gumpenstein eine Gemeinschaftstagung der Arbeitsgruppe Saatgut und Sortenwesen der Gesellschaften für Pflanzenzüchtung und Pflanzenbau und der Vereinigung der Pflanzenzüchter und Saatgutkaufleute Österreichs statt. Insgesamt 136 Teilnehmer aus Forschungseinrichtungen und Züchtungsfirmen diskutierten über das Thema:

Zukünftiges Saatgut – Produktion, Vermarktung, Nutzung und Konservierung.

Saatgutproduzenten, Saatgutforscher, Experten zur Erhaltung pflanzengenetischer Ressourcen, sowie Phytopathologen und Pflanzenzüchter, die sich mit Aspekten der Saatgutqualität (z.B. samenbürtigen Krankheiten, Qua­rantäneschädlingen, Auswuchs, Hybrid- u.a. Zuchtsysteme, etc.) beschäftigen, präsentierten ihre Ergebnisse in insgesamt 29 Vorträgen und 8 Posterbeiträgen. Zusätzlich fand eine ‚Round Table‘ Diskussion zum Thema Steinbrand statt.

Es wurde deutlich, dass die Qualität von Saatgut ein wesentlicher Faktor für die künftige Ernährungssicherheit ist. Um diese zu gewährleisten, ist nach Schätzungen der FAO die globale Nahrungsmittelproduktion bis 2050 um 70% zu erhöhen. Der prognostizierte Klimawandel, der eine Zunahme von extremen Wetterereignissen bewirkt, macht es umso schwieriger, dieses Ziel zu erreichen. Die Qualität von Saatgut wird durch die Umwelt aber auch durch genetische Prozesse in der Mutterpflanze und im Samen bestimmt. Die Saatgutbeschaffenheit spielt auch eine wichtige Rolle für die Erhaltung der genetischen Diversität in Samenbanken. Die Langlebigkeit dieser Saatgutmuster ist von immenser Bedeutung für Genbanken global, in denen ca. sieben Millionen Proben lagern.

Neben wissenschaftlichen Beiträgen wurden auch rechtliche Rahmenbedingungen (Nagoya-Protokoll, EU-Verordnungen) diskutiert, welche Auswirkungen für den Materialtransfer von Zuchtmaterial haben werden.

Die Tagungsbeiträge sind im 65. Tagungsband der Vereinigung der Pflanzenzüchter und Saatgutkaufleute Österreichs (ISBN: 978-3-902849-22-9 ) publiziert und damit weiteren Interessenten zugänglich. Unter www.saatgut-austria.at ist der Band online verfügbar.

Die nächste Tagung der Arbeitsgruppe ‚Saatgut und Sortenwesen’ soll im April 2016 in Regensburg stattfinden.

Andreas Börner, IPK Gatersleben (Leiter der AG Saatgut und Sortenwesen)
Heinrich Grausgruber, BOKU, Tulln