Bericht der Vortragstagung gemeinsam mit dem DLG-Ausschuss „Gräser, Klee und Zwischenfrüchte“ vom 30. November 2005 in Fulda

– ca.50 Teilnehmer –

Organisation:
Dr. St. Hartmann, Freising

Seit ca. drei Jahren laufen Gespräche zwischen allen am Sortenversuchswesen beteiligten Gruppen. Hierbei wird der Bund vertreten durch das Bundessortenamt (BSA), die Dienststel-len der Länder durch den Verband der Landwirtschaftskammern (VLK) und den Bund deut-scher Pflanzenzüchter (BDP). Dieser Reformprozess umfasst alle Fruchtarten. Hartmann berichtete zum den aktuellen Stand für den Bereich der Futterpflanzen.

Kollegen aus Polen stellten das Sortenprüfwesen für Rasengräser ihres Landes und dessen Probleme dar. Für den Züchter kristallisierte sich rasch die nur ungenügend wirksamen Kontrollmechanismen zur Sicherung der Entlohnung des geistigen Eigentums am Saatgut besonders beim Nachbau heraus. Ergänzt wurde dieser Beitrag den Vortrag von Schiefer, über die Eindrücke, die bei der Fachexkursion des DLG-Ausschuss für Gräser, Klee und Zwischenfrüchte vom 18. bis 20. Mai 2005 nach Niederschlesien gewonnen wurden. So konnten die schwierige Situation der dortigen Gräserzüchtung und Vermehrung vor Ort in Augenschein genommen und mit heimischen Fachleuten diskutiert werden.

Willner berichtete aus den Ergebnissen einer Studie unter Federführung des IPK und Mitwirkung der deutschen Züchtungsfirmen zur phänotypischen Variabilität europäischer Sammelherkünfte (Wildformen und Ökotypen) aus Genbanken weltweit. Neben phänotypischen Merkmalen wurden auch molekulare Methoden zur Differenzierung der Genotypen Herangezogen und verglichen. Die erfassten Daten werden in die Datenbank der IPK-Genbank integriert und stehen somit den Züchtern zur Verfügung.

Zwei weitere Vorträge befassten sich mit den Teilprojekten einer deutsch-schweizerischen Zusammenarbeit zu einer Kartierungspopulation bei Welschem Weidelgras. Hierbei berichtete Kölliker (FAL Agroscop Schweiz) zur Identifizierung und Kartierung von Bakterienwelke-Resistenzgenen bei Welschem Weidelgras mittels molekularer Marker. Posselt (LSA Hohenheim Deutschland) trug die Ergebnisse aus der Identifizierung und Kartierung von Kronenrost-Resistenzgenen bei dieser Population vor. Es konnten QTL’s detektiert werden, die jeweils sehr hohe (Bakterienwelke) bis hohe (Kronenrost) Anteile der Varianz für diese Merkmale in der untersuchten Population erklären konnten. Eine Fortführung der Zusammenarbeit wird angestrebt.

Eickmeyer berichte vom 4th International Symposium on the Molecular Breeding of Forage and Turf einer Unterveranstaltung des XXth International Grassland Congress, die im Juli 2005 in Aberystwyth, Wales stattfand. In seinen Ausführungen wurden besonders die aktuellen Defizite in diesem Bereich des deutschsprachigem Raumes besonders im Vergleich mit der Aktivität in England, USA und Japan deutlich herausgestellt.

Im Rahmen dieser gemeinsamen Vortragstagung mit dem DLG-Ausschuss wurde auch dem plötzlichen Tod des langjährigen Ausschussvorsitzenden des DLG Ausschusses „Klee, Gräser und Zwischenfrüchte“ Eberhard Langels gedacht.

Die nächste Vortragstagung soll am 05.12.2006 wiederum in Fulda stattfinden.

Die o.g. Vorträge können als PDF-Datei über die DLG-homepage dlg.org, Stichwort: “Landwirtschaft – Ausschüsse” eingesehen werden.

(Direkter Link auf die Seite des Ausschusses „Gräser, Klee und Zwischenfrüchte http://www.dlg.org/de/landwirtschaft/fachgremien/graeser/index.html)

(St. Hartmann, Freising)