Bericht der Vortragstagung gemeinsam mit dem DLG-Ausschuss „Gräser, Klee und Zwischenfrüchte“ vom 4. November 2008 in Bonn

– 67 Teilnehmer –

Organisation:
Dr. Stephan Hartmann, LfL Freising Weihenstephan, Joachim Hütter, DSV Lippstadt, Dr. Reinhard Rossberg DLG Frankfurt

 Zum zweiten Mal fand die gemeinsam mit dem DLG-Ausschuss „Gräser, Klee, Zwischenfrüchte“ durchgeführte Fachtagung der GPZ Arbeitsgruppe „Futterpflanzen, Gräser“ in Bonn statt. Und auch in diesem Jahr konnte die Veranstaltung nach 2007 wieder einen Teilnehmerzuwachs verzeichnen.

Pflanzenzüchtung:
U. K. Posselt (Universität Hohenheim, Stuttgart) sprach zum Thema „Geographische Distanz, Diversität und Heterosis“. Anhand dialleler Kreuzungen wurde der Zusammenhang zwischen Ertragsleistung und geographischer Distanz untersucht. – M. Braun (BSV GmbH, Ismaning) stellte die Ergebnisse ihrer Diplomarbeit zum Thema „Wurzel- und Sprossleistung verschiedener Kleegrasmischungen“ vor. Allgemein lässt sich sagen, dass im Rahmen dieser Arbeit die Zusammensetzung der Kleegrasmischung einen erheblichen Einfluss auf die gebildete Wurzelmasse hatte.  –  B. Boller zeigte in seinem Vortrag „Ökotypen von Welschem Weidelgras aus Schweizer Naturwiesen sind oft leistungsfähiger als empfohlene Zuchtsorten“ die Ergebnisse aus einer Studie, in welcher verschiedene Schweizer Ökotypen und Zuchtsorten in den Merkmalen Ertrag und Krankheitsresistenz miteinander verglichen wurden. Hierbei zeigte sich, dass die untersuchten Ökotypen in Ertrag und Resistenz gegen Fusarium und Xanthomonas das Mittel der Zuchtsorten übertrafen. – H. Jänicke (Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern) stellte Ergebnisse eines Sortenversuchs mit Hoch-Zuckerreichen Gräsersorten (HZG) vor. In einem Zeitraum von fünf Jahren wurden unter anderem der Zuckergehalt, die Inhaltsstoffe und die Sichtbonituren von HZG mit denen anderer Sorten verglichen.

Biogas:
S. Hötte stellte verschiedene Möglichkeiten im „Zwischenfruchtanbau für die Erzeugung von Biogas“ vor. In seinem Vortrag informierte er über Anbau, Saattechnik und Ertragserwartungen im Zwischenfruchtanbau. Abschließend stellte er die Produktionskosten in ct/Kwh verschiedener Zweit- und Zwischenfrüchte im Vergleich zu Mais dar.

Vermehrung:
Über die Technik der Mantelsaat bei Gräsern, Klee und Luzerne informierte J. Bestajovsky (Feldsaaten Freudenberger). Vorteile sind unter anderem die Eignung für die Übersaat, eine verbesserte Fließfähigkeit des Saatgutes und die Möglichkeit zur Beimischung von Nährstoffen. In Tests wurde nachgewiesen, dass die Keimfähigkeit des Saatgutes nicht eingeschränkt wird. – A. Schaerff (LfULG Sachsen, Dresden) referierte über ein Forschungsprojekt zur Untersuchung der Wirtschaftlichkeit in der Gräservermehrung. Es wurde bei verschiedenen Gräserarten die Rentabilität unter Berücksichtigung der Zahlung von Direktzahlungen betrachtet. – Das im Frühjahr 2008 an der Universität Hohenheim begonnene Projekt zur Untersuchung der Heterogenität in Gräsermischungen wurde von C. Reinhardt (Universität Hohenheim; Stuttgart) vorgestellt. Das Ziel bei diesem, vom BMELV initiierten Vorhaben ist eine einheitliche Verfahrensvorschrift für die Beprobung von Saatgutmischungen zu erarbeiten. – In seinem Vortrag informierte N. Elmegaard von dem Danish Agricultural Council (Copenhagen) über die Entwicklungen in der Gräser- und Kleeproduktion innerhalb der letzten 15 Jahre. – M. Hamann (Euro Grass) zeigte in seinem Vortrag die Entwicklungen am europäischen Gräsermärkt seit 1997/98 auf.  – C. Schiefer von der LfULG Sachsen (Nossen) referierte über die Vorgehensweise, die neuesten Entwicklungen und den aktuellen Stand in der deutschen Saatenanerkennung. – Bei der Produktion von Rollrasen wird an das Saatgut und die Mischungen besondere Anforderungen gestellt. M. Boksch vom Deutschen Rollrasenverband (Pattensen) zeigte in seinem Vortrag die Besonderheiten, Probleme und die Entwicklungen die sich in den letzten Jahren in dieser Branche herauskristallisiert haben.

Pflanzenschutz:
Zurzeit wird innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten über Änderungen in der Richtlinie zur Zulassung von Pflanzenschutzmittel diskutiert. K. Gehring zeigte in seinem Vortrag auf, welche PSM von den Maßnahmen betroffen sein können und sprach an, welche Veränderungen sich dadurch für die Grassamenproduktion ergeben können. – B. Licht von der Firma Golf Consulting (Düsseldorf) referierte über verschiedene Rasenkrankheiten und die Möglichkeiten diese zu verhindern, vorzubeugen und zu behandeln. – A. Vogler (LWK NW, Münster) zeigte in seinem Vortrag neueste Versuchsergebnisse zur effektiven Bekämpfung von Schadgräsern in Getreide. –  Mit einem sehr anschaulichen Kurzfilm gewährte U. Wyss (Institut für Phytopathologie, CAU Kiel) Einblick in die Lebensweise des Kleespitzmäuschens. Fraßschäden, die das Kleespitzmäuschen während des Heranwachsens verursacht, spielen besonders in der Kleesaatgutproduktion eine große Rolle.

In seinem Schlusswort verabschiedete sich J. Hütter im Namen all seiner Kollegen herzlichst von Dr. U. Posselt und wies auf die besonderen Verdienste hin, die dieser im Laufe seiner beruflichen Laufbahn im Bereich der Pflanzenforschung und Pflanzenzüchtung geleistet hat.

Die Vorträge der Tagung können im Tagungsband zu dieser Veranstaltung nachgelesen werden.
Bezug: Papierform Anfordern bei R.Rossberg@dlg.org – als PDF im Internet wird der Tagungsband nach der Agritechnica verfügbar sein.