Bericht der Vortragstagung gemeinsam mit dem DLG-Ausschuss „Gräser, Klee und Zwischenfrüchte“ vom 6. November 2007 in Bonn

– 60 Teilnehmer –

Organisation:

Dr. Stephan Hartmann, LfL Freising Weihenstephan, Joachim Hütter, DSV Lippstadt, Dr. Reinhard Rossberg DLG Frankfurt

2007 fand erstmalig die seit vielen Jahren gemeinsam mit dem DLG- Ausschuss „Gräser, Klee, Zwischenfrüchte“ durchgeführte Fachtagung der GPZ Arbeitsgruppe „Futterpflanzen, Gräser“ nicht mehr Anfang Dezember in Fulda sondern im Rahmen einer zeitlich geschlossenen Veranstaltungsreihe vom 05.11. bis 08.11 mit der Gemeinschaft zur Förderung der privaten deutschen Pflanzenzüchtung e.V. (GFP) und dem FVG (Verein zur Förderung der Versuchstätigkeit im Grassamenbau) unter dem Thema „Züchtungsperspektiven und Saatgutproduktion bei Gräsern, Klee und Zwischenfrüchten“ am 06.11.08 in Bonn statt. Die Tagung wurde gut angenommen und verzeichnete ein erkennbares Teilnehmerplus.

Züchtung und Sortenprüfung:
B. Boelt (Forschungszentrum Flakkenbjerg, DK) referierte über den Einfluss der Ertragskomponenten auf den Samenertrag in der Saatgutproduktion. – Das seit 2004 speziell auf den ökologischen Landbau ausgerichtete Zuchtprogramm an der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (Zürich, CH) wurde von B. Boller, F. X. Schubiger und P. Tanner vorgestellt. Besonders herausgearbeitet wurde die Bedeutung einer quantitativen Berücksichtigung des Unkrautbesatzes bei Leistungsprüfungen im ökologischen Landbau. Diese ist eine wichtige Vorraussetzung, um eine an die Qualität konventioneller Versuche angenährte Trennschärfe zu erreichen. – K. Kaufmann (SZ Steinach) referierte über pilzliche Schaderreger – besonders Fußkrankheiten – bei blauen Süßlupinen. – In dem europaweit angelegten Versuch „Eucarpia Multisite Rust Evaluation“, vorgestellt von F. X. Schubiger und B. Boller (ART, Zürich, CH), zeigte sich, dass es Resistenzgene gibt, die gegen die meisten aufgetretenen Pathotypen wirksam sind. – Unter dem Aspekt der steigenden Bedeutung von sekundären Pflanzeninhaltsstoffen bei Futterpflanzen präsentierte sich der Beitrag von B. Eickler und M. Gierus (CAU, Kiel). Aufgrund zunehmender Verbote von Hilfsstoffen in der Fütterung steigt die Nachfrage an hochwertigen pflanzlichen Inhaltsstoffen. Diese könnten künftige Zuchtziele darstellen.

Vermehrung:
Über die Möglichkeit des Mischanbaus zur Saatguterzeugung bei Ölfrüchten informierte A. Backhaus, die dieses Thema im Rahmen ihrer Diplomarbeit an der Lfl in Freising bearbeitet hat. Allgemein lässt sich die Aussage treffen, dass Mischbestände eine Möglichkeit zur Erhaltung der Saatgutproduktion im Inland für den ökologischen Landbau darstellen können. – C. Hackl (SZ Steinach) stellte das Projekt „Einzelpflanzenbestände zur Produktion von Saatgut“ vor. In lockeren Einzelpflanzenbeständen kann der Samenertrag deutlich optimiert werden. Im Rahmen des Projektes soll eine geeignete Aussaattechnik von Einzelkörnern, sowie eine angepasste Saatgutvorbehandlung erarbeitet werden. – R. Richter (LfL Sachsen) referierte über die Ergebnisse, Analysen und Trends der sächsischen Grassaatproduktion. – Die Niederlande verfügen über eine lange und traditionsreiche Geschichte in der Gräserzüchtung und Gräservermehrung. In seinem Beitrag informierte S. Bil (Euro Grass B. V., NL) über die Entwicklung der Firmenstrukturen der Vermehrungsflächen, gängigen Anbau- und Ansaatverfahren sowie das holländischen System zur Festlegung der Vermehrerpreise. – Über die aktuelle Lage am Grassamenmarkt berichtete A. Kaske (Euro Grass). Aspekte waren die internationalen Trends, die Situation an den europäischen Märkten und die daraus resultierende Situation von Produktion und Absatz in Deutschland. – U. Henser (Syngenta Agro) stellte ein neues Produkt zur Bekämpfung von Schadgräsern in Getreide vor.

Biogas:
Auch in diesem Jahr wurde die energetische Nutzung von Pflanzen behandelt. E. Sticksel (LfL, Freising) stellte Ansätze zur Optimierung von Biogasfruchtfolgen für bayerische Bedingungen vor. – In dem Beitrag von J. Clemens, S. Wulf, K. Spoth (Universität Bonn), F.- F. Gröblinghoff (FH Soest) , wurden Batch- und kontinuierliche Versuchsansätze zur Abschätzung des Biogasertrags miteinander verglichen.

Berichte zu Veranstaltungen und Institutionen:
Berichte zu interessanten Veranstaltungen im abgelaufenen Jahr dienen der Information und als Hinweis für jene Teilnehmer, die diese Veranstaltungen nicht besuchen konnten. So berichtete J. Hütter (DSV) über die 6. Internationale Herbage Seed Conference, die vom 18. – 20. Juni 2007 in Südnorwegen stattfand. Eine Übersicht der Inhalte ist im Tagungsband der DLG verfügbar. Der Tagungsband der Internationale Herbage Seed Conference besitzt die ISBN 978-82-17-00234-5.

Im Anschluß informierte M. Baimler (SZ Steinach) über die diesjährige Eucarpia – Tagung. Das Treffen der Futterpflanzen und Rasengräsersektion fand vom 19. – 23. August 2007 in Kopenhagen, Dänemark, statt. Es wurden Vorträge zu Saatgutproduktion, angewandte Genetik, Futterqualität und nachwachsende Rohstoffe gelesen. Das Book of Abstracts ist hier abrufbar. – U. Feuerstein (Euro Grass Breeding)und C. Paul (FAL) berichteten über die Gründung der NIRS-Online Forage User Group – NOFUG am Rande der EUCARPIA – Tagung. Weiterhin wiesen sie auf aktuelle Entwicklungen der NIRS-Technik hin und zeigten die aktuellen Möglichkeiten und Grenzen im Bereich des Feldversuchswesens bei Futterpflanzen auf. – Schließlich zeigte J. Hütter (DSV) in einem Vortrag mit treffenden Bilden einen Überblick der diesjährige Fachexkursion des DLG- Ausschusses für Gräser, Klee und Zwischenfrüchte, die vom 9. – 11. Mai 2007 in Dänemark stattfand. – U. Thumm (Uni Hohenheim) berichtete über die aktuellen Entwicklungen an der Rasen-Fachstelle Hohenheim. In der, an das Institut für Pflanzenbau und Grünland angegliederten Einrichtung werden Studenten in theoretischen als auch praktischen Bereichen wissenschaftlich ausgebildet. Ebenso fungiert sie als Forschungseinrichtung und Informationsplattform bei Fragen rund um den Rasen.

Die Vorträge der Tagung können im Tagungsband zu dieser Veranstaltung nachgelesen werden.
Bezug: Papierform Anfordern bei R.Rossberg@dlg.org
Als PDF im Internet wird der Tagungsband nach der Agritechnica verfügbar sein.