AG Leiter

Dr. Volker Hahn, Eckartsweier

Prof. Dr. Rod Snowdon

Den Termin des nächsten AG-Treffens finden Sie im GPZ-Terminkalender!
Dort finden Sie auch die aktuellen Programme der Veranstaltungen sowie Informationen zur Anreise, etc.

Kommende Veranstaltungen der AG

Keine Veranstaltungen
Dr. Volker Hahn
PD Dr. Rod Snowdon

Ziel der Arbeitsgruppe

Öl- und Eiweißpflanzen spielen eine wichtige Rolle für die Ernährung von Mensch und Tier. Für die Pflanzenzüchtung sind diese Pflanzen eine große Herausforderung. Gegen Schadinsekten und Pilze müssen Resistenzgene eingelagert werden. Gleichzeitig müssen der Ertrag und die Nährstoffeffizienz gesteigert werden damit die Pflanzen unter unseren Bedingungen anbauwürdig bleiben. Auch die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe wird bearbeitet, um die Pflanzen an die unterschiedlichen Ansprüche anzupassen. Da der Ertrag und die Qualität von Öl bzw. Protein auch stark durch abiotische Stressfaktoren beeinflusst werden, gewinnt auch die Pflanzenreaktion auf Trocken- oder Hitzestress für die Züchtung von Öl- und Eiweißpflanzen zunehmend an Bedeutung.

In regelmäßigen Tagungen werden in der AG14 die Fortschritte in der Züchtung dieser Kulturpflanzen beleuchtet und diskutiert.

Oil and protein crops play an important role in human and animal nutrition. For plant breeding, these plants are a major challenge. Resistance genes must be incorporated against insect pests and fungi. At the same time, yield and nutrient efficiency must be increased so that the plants remain cultivable under our conditions. Ingredient composition is also being worked on to adapt plants to different demands. Since the yield and quality of oil or protein are also strongly influenced by abiotic stress factors, plant response to drought or heat stress is also becoming increasingly important for breeding oil and protein crops.

In regular meetings, progress in breeding of these crops is highlighted and discussed in WG14.

Neuigkeiten aus der AG

  • Kann die Pflanzenzüchtung die Eiweißlücke schließen? Die GPZ AG 14 (Öl- und Eiweißpflanzen) am 25. und 26. Juni 2019 bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Freising

    Die Eiweißlücke der EU wächst weiter an. Dabei wäre es möglich, einen Teil der Import-Sojabohnen durch den Anbau von bei uns angebauten Eiweißpflanzen zu ersetzen.

    Vor diesem Hintergrund fand die Veranstaltung zur Züchtung von Eiweißpflanzen bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising statt. Die Veranstaltung war mit 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gut besucht. Die Vorträge am ersten Tag zeigten das breite Spektrum zur Forschung an Eiweißpflanzen auf (siehe Programm).

    Am zweiten Tag der Veranstaltung wurden bei großer Hitze die vielfältigen Feldversuche zu Leguminosen auf den Versuchsfeldern der LfL besichtigt. Die zahlreichen Fragen und Diskussionen im Hörsaal und auf dem Feld spiegelten das große Interesse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den speziellen Problemen der Eiweißpflanzenzüchtung wider.

    An dieser Stelle gilt der Dank Herrn Dr. Joachim Eder und seinem Team von der LfL für die optimale Vorbereitung und Durchführung der sehr gelungenen Veranstaltung.

    Volker Hahn, Universität Hohenheim

  • Gemeinsame Sommertagung der GPZ-Arbeitsgemeinschaft Öl- und Eiweißpflanzen und der GFPi-Abteilung Öl- u. Eiweißpflanzen Hohenlieth, 04.06.-05.06.2018

    Die GPZ-Arbeitsgemeinschaft Öl- und Eiweißpflanzen tagte am 4. und 5. Mai 2018 gemeinsam mit der gleichnamigen Abteilung der Gemeinschaft für die Förderung der Pflanzeninnovation (GFPi) auf Einladung der Norddeutschen Pflanzenzucht Hans-Georg Lemke KG (NPZ) in Hohenlieth.

    Schwerpunkt der diesjährigen Tagung war „Insektenforschung in Deutschland – Herausforderungen für die Zukunft“ unter besonderer Berücksichtigung der Öl- und Eiweispflanzenzüchtung. Hierzu diskutieren Entomologen, Bienenkundler, Biologen und Züchter neuartige Forschungsansätze für die Verbesserung der Insektenresistenz sowie Strategien für eine nützlingsschonende Pflanzenproduktion.

    Beispielhaft für integrierte Ansätze in diesem Zusammenhang referierte Dr. Jürgen Gross vom Julius Kühn- Institut in Dossenheim über innovative Einsätze aus der integrativen Pflanzenschutz zur Bekämpfung von Schadinsekten mit “Infochemikalien”. Über aktuelle Herausforderungen und Chancen der Landwirtschaft aus der Sicht der Bienen berichtete Dr. Klaus Wallner vom Landesanstalt für Bienenkunde in Hohenheim. Zur Resistenz-Screening gegen den Rapsglanzkäfer in genetischen Ressourcen der Brassicaceen referierte Dr. Nadine Austel vom Institut für ökologische Chemie, Pflanzenanalytik und Vorratsschutz des Julius Kühn-Institutes (Berlin). Zur sehr aktuellen Blattlausproblematik mit Bezug auf die Übertragung des Turnip Yellows Virus (TuYV) beim Raps referierte Dr. Torsten Will vom Julius Kühn-Institut für Resistenzforschung und Stresstoleranz (Quedlinburg) bzw. Dr. Heiko Ziebell vom Julius Kühn-Institut für Epidemiologie und Pathogendiagonstik (Braunschweig).

    Zu den weiteren Vortragsbeiträgen gehörten eine Berichterstattung aus den laufenden Arbeiten des Demonstrationsnetzwerkes Erbse/Bohne, vorgestellt von Ulrich Quendt, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), sowie eine Übersicht über die Perspektiven der Sojazüchtung für Deutschland von Dr. Volker Hahn, Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim. Aktuelle Informationen zu aktuellen Schwerpunkten und möglichen Synergien mit der Rapsforschung in Kanada gab Prof. Rod Snowdon, Justus-Liebig-Universität Gießen, während der Gießener Doktorand Harmeet Chawla einen Einblick in die neuesten Möglichkeiten der Hochdurchsatz “Long-Read”-Genomsequenzierung für die Aufdeckung von Genomstrukturvariation im Raps präsentierte.

    Aufgerundet wurde die Veranstaltung mit einer Führung durch den kürzlich erweiterten Züchtungsneubau der NPZ sowie eine Feldführung zur Vorstellung aktueller Forschungsprojekte der NPZ zum Anbau und zur Züchtung von Raps bzw. Körnerleguminosen.

    PD Dr. Rod Snowdon, Gießen

  • Bericht der Veranstaltung “Was gibt es Neues im Jahr der Hülsenfrüchte?” der GPZ AG 14 (Öl- und Eiweißpflanzen) vom 29. bis 30.06. 2016, beim Bundessortenamt in Scharnhorst

    – 26 Teilnehmer –

    Die Vereinten Nationen haben 2016 zum Internationalen Jahr der Hülsenfrüchte erklärt. Dies soll das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die vielfältigen Vorzüge der Hülsenfrüchte stärken.

    Vor diesem Hintergrund fand die Veranstaltung zur Züchtung von Eiweißpflanzen auf der Prüfstelle Scharnhorst des Bundessortenamts statt. Die Veranstaltung war mit 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gut besucht. Die Vorträge am ersten Tag zeigten das breite Spektrum der Leguminosenforschung auf (siehe Programm).

    Am zweiten Tag der Veranstaltung wurden die vielfältigen Registerprüfungen der Leguminosen in Scharnhorst besichtigt. Die zahlreichen Fragen und Diskussionen auf dem Feld spiegelten das große Interesse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den speziellen Problemen der Leguminosenzüchtung und den Besonderheiten der Registerprüfungen wider.

    An dieser Stelle gilt der Dank Frau Dr. Elisabeth Thiemt vom Bundessortenamt und ihrem Team für die optimale Vorbereitung und Durchführung der sehr gelungenen Veranstaltung.

    (V. Hahn, Hohenheim)

  • Bericht der Veranstaltung Züchtung von Eiweißpflanzender GPZ AG 14 (Öl- und Eiweißpflanzen) vom 30.06. bis 01.-07. 2014bei der NPZ in Hohenlieth

    Die Steigerung des Leguminosenanbaus ist politisch gewünscht. Entsprechende Maßnahmen wurden von EU,-Bundes- und Länderseite angedacht oder bereits umgesetzt. Allerdings genügt das nicht, um die Anbaufläche von Leguminosen zu erhöhen. Hierfür ist ein wirtschaftlicher Vorteil des Leguminosenanbaus für die Landwirtschaft notwendig. Eine Grundvoraussetzung für einen ökonomischen Anbau von Leguminosen ist die Verfügbarkeit leistungsstarker Sorten.
    Vor diesem Hintergrund fand die Veranstaltung zur Züchtung von Eiweißpflanzen statt. Eingeladen hierzu hatte die Norddeutsche Pflanzenzucht Hans Georg Lembke KG in Hohenlieth. Die Veranstaltung war mit 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gut besucht. Die Vorträge am ersten Tag zeigten das breite Spektrum der Leguminosenforschung auf (siehe Programm). Am zweiten Tag der Veranstaltung wurden, nach einer allgemeinen Einführung in die Leguminosenzüchtung der NPZ, die Ackerbohnen- und Erbsenzuchtgärten sowie die Leistungsprüfungen der NPZ besichtigt. Die zahlreichen Fragen und Diskussionen auf dem Feld spiegelten das große Interesse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den speziellen Problemen der Leguminosenzüchtung wider.
    An dieser Stelle gilt der Dank Herrn Dr. Olaf Sass und seinem Team für die optimale Vorbereitung und Durchführung der sehr gelungenen Veranstaltung und der NPZ für die Bewirtung und die Einladung zum gemeinsamen Abendessen in Eckernförde.

    (V. Hahn, Hohenheim)

  • Bericht der gemeinsamen Tagung der AG Ertrags- und Stressphysiologie und der AG Öl- und Eiweißpflanzen in Eckartsweier, 12.-13. September 2012 “Brennpunkt Leguminosen: Ertrag und Qualität”

    Vom 12. bis 13. September 2012 fand in Eckartsweier eine gemeinsame Veranstaltung der Arbeitsgruppen Öl- und Eiweißpflanzen sowie Ertrags- und Stressphysiologie statt.

    Nachdem jahrelang die Anbauflächen von Leguminosen gesunken sind, hat auch die Politik erkannt, dass die Gefahr droht, Leguminosen vollständig aus unseren Fruchtfolgen zu verlieren, da durch den abnehmenden Anbau auch die Züchtungs- und Forschungsaktivitäten für Leguminosen deutlich zurückgingen. Gleichzeitig werden jährlich tausende von Tonnen Eiweißfuttermittel in die Europäische Union importiert, so dass eine zunehmende Abhängigkeit von Eiweißimporten zu verzeichnen ist. Um diesem Trend entgegenzuwirken, wurden von einzelnen Bundesländern Eiweißinitiativen entweder bereits begonnen oder sind in der näheren Planung, auch das BMELV ist derzeit dabei, durch eine Eiweißpflanzenstrategie den Anbau von Leguminosen wieder zu steigern.

    Vor diesem Hintergrund fand die Veranstaltung ‘Brennpunkt Leguminosen: Ertrag und Qualität‘ statt. Veranstaltungsort war das Waaghaus in Willstätt-Eckartsweier, in der Nähe des Standorts Eckartsweier der Versuchsstation Agrarwissenschaften der Universität Hohenheim. Die Veranstaltung war mit über 30 Teilnehmern und Teilnehmerinnen gut besucht. Die Vorträge zeigten das breite Spektrum der Leguminosenforschung auf. Über allgemeine Vorträge zur Eiweißinitiative Bayerns und zur Frage, ob die Fortschritte in der Genomik auch für die Leguminosen hilfreich sind (ja!), wurden Projekte verschiedenster Leguminosenarten (Rotklee, Lupine, Winterackerbohne, Wintererbse und Sojabohne) vorgestellt und ausführlich diskutiert. Abiotische Stresstoleranz (Trockentoleranz, Kühletoleranz…) war dabei essentieller Bestandteil vieler Projekte.Die Diskussionen wurden anschließend beim gemeinsamen Abendessen in Offenburg fortgesetzt.

    Am zweiten Tag der Veranstaltungen wurden Versuche der Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim besichtigt. Auf dem Programm stand die Besichtigung von Leistungsprüfungen von jungem Sojazuchtmaterial und zugelassener Sorten, die Entwicklungen in der Züchtung von Sonnenblumen zur Biogasnutzung und ein Mischanbau von Soja- und Stangenbohnen mit Sonnenblumen.

    Eingerahmt wurde die Veranstaltung von der Verkostung verschiedenster Tofu- und Soja-Snack Produkte, die freundlicherweise von den Firmen Life Food, Freiburg und Landgarten, Bruck, zur Verfügung gestellt wurden.

    Zum Abschluss der Tagung wurde spontan beschlossen, solch eine Veranstaltung zur Züchtung von Leguminosen in spätestens 2 Jahren zu wiederholen. Dies zeigt, dass das Thema in die Zeit passt und die Veranstaltung als rundum gelungen bezeichnet werden darf.

  • Bericht der gemeinsamen Vortragstagung der Vereinigung der Pflanzenzüchter und Saatgutkaufleute Österreichs und der GPZ AG (14) Öl- und Eiweißpflanzen 23.-25. November 2010, Raumberg-Gumpenstein, Österreich “Ertrag vs. Qualität bei Getreide, Öl- und Eiweißpflanzen”

    – 160 Teilnehmer –

    Organisation:
    Prof. Heinrich Grausgruber, Wien

    Auf der 61. Tagung in Gumpenstein war ein Tag ganz den Öl- und Eiweißpflanzen gewidmet. Erfreulicherweise waren an diesem Tag auch zahlreiche Tagungsteilnehmer anwesend, um sich die Vorträge über das Spannungsfeld Ertrag versus Qualität bei den Öl- und Eiweißpflanzen anzuhören und diese lebhaft zu diskutieren. Es gab Vorträge über fast alle in diesem Feld relevanten Kulturarten, angefangen vom Raps über Sonnenblumen, Lein, Erbsen, Sojabohnen und Lupinen bis hin zu den Linsen. Und wie in Gumpenstein üblich, wurden die Fachgespräche bis weit in die Nacht hinein fortgesetzt.

     (V. Hahn, Hohenheim)

  • Bericht der gemeinsamen Sommertagung der GFP-Abteilung und GPZ-AG Öl- und Eiweißpflanzen im Department für Nutzpflanzenwissenschaften, Abteilung Pflanzenzüchtung, Universität Göttingen am 13./14. Juni 2007 in Göttingen

    – 27 Teilnehmer –

    Organisation:
    St. Lütke Entrup, Bonn

    Leitung:
    Dr. M. Frauen, Hohenlieth, und Prof. Dr. H. Becker, Göttingen

    In einer öffentlichen Sitzung der GFP-Abteilung berichteten am ersten Halbtag über drei laufende bzw. vor kurzem abgeschlossene Forschungsaufträge:
    Frau Dr. Diederichsen, Berlin – Entwicklung Alternaria-resistenter und fertiler Rapslinien,
    Frau Jürgens, Dr. Ordon, Quedlinburg – Genetische Analyse der Turnip yellows virus (TuYV)-Resistenz in Winterraps (Brassica napus L.),
    Dr. Marthe, Dr. Schliephake, Quedlinburg – Eine neue Resistenzquelle für Raps (Brassica napus) gegen das Turnip yellows virus (TuYV).

    Anschließend wurden drei Projektskizzen für mögliche neue Forschungsvorhaben vorgestellt und diskutiert:
    Dr. Möllers, Göttingen: NIRS-TILLING für die Identifizierung von Brassica-Genotypen mit veränderten Inhaltsstoffen,
    PD Dr. Snowdon, Giessen: Marker-gestützte Entwicklung neuer genetischer Pools mit niedrigem Samenglucosinolat-Gehalt für die Hybridzüchtung bei Körnerölraps (Brassica napus),
    Prof. Becker, Göttingen: Brassica-Wildarten als neue genetische Ressource für die Rapszüchtung.
    Zum gemeinsamen Abendessen traf man sich in sommerlicher Atmosphäre im Garten des Restaurants „Fellini“ in der Göttinger Innenstadt.

    Am folgenden Morgen galt das gemeinsame Programm der Besichtigung einschlägiger Forschungsarbeiten auf dem Reinshof, dem Versuchsbetrieb der Universität Göttingen. Zur Einführung gab Prof. Becker einen kurzen Überblick über die Arbeiten in der Abteilung Pflanzenzüchtung am Ort, die gegenüber den Jahrzehnten 1961-1981 aufgrund steigender wissenschaftlicher Anforderungen bei zugleich reduzierter Ausstattung auf die Objekte Körnerraps und Ackerbohnen konzentriert wurden. Gleichzeitig erfuhr die akademische Lehre auf dem Gebiet Pflanzenzüchtung als dritter Aufgabenbereich mit einer größeren Anzahl weiterer Objekte und Themen zunehmende Ausgestaltung, was sich auch in dem anschließend demonstrierten Feldversuchsprogramm anschaulich zu erkennen gab. Außer zahlreichen Bachelor- und Master-Arbeiten wurden in der Abteilung 2007 bereits acht Promotions-vorhaben abgeschlossen.

    Aus der Vielzahl der Forschungsthemen beim Raps, die Prof. Becker in geraffter Präsentation im Seminarraum vorstellte und anschließend eingehender im Feld demonstrieren konnte, seien hier nur genannt:

    – Analyse der fixierten Heterosis im Raps (Arbeiten im DFG-Schwerpunktprogramm Heterosis),
    – QTL-Mapping für Heterosis im Ölraps (in Kooperation mit der Univ. Giessen, DFG, SPP  1149 Heterosis),
    – Marker-gestützte Erstellung von Substitutionslinien für die Genomanalyse von Raps,
    – Entwicklung von leistungsfähigem Hoch-Ölsäure-Raps durch Anwendung neuartiger Selektionsmethoden (500 Einzelsamen/Stunde mittels NIRS),
    – Analyse und Vererbung von Phytosterolen in Raps für Verwendungen als „functional food“,
    – Entwicklung von Hoch-Erucasäure-Raps mit transgenen „Trierucin“-Linien,
    – Bedeutung der Blatt-Glucosinolate für die Eignung von Raps für die Biogaserzeugung u.a.m.

     Bei den Ackerbohnen demonstrierte Prof. Link aus dem gleichermaßen umfangreichen Versuchsprogramm mehrere zuchtmethodische Untersuchungen:

    – zur Analyse des Leistungspotentials von Linien- und synthetischen Sorten,
    – zur Entwicklung eines ganz überwiegend selbstbefruchtenden Genpools mittels Auto-fertilität und der Mutante „closed flower“,
    – zur Selektion für den ökologischen Anbau (Ermittlung der Auslese-Effizienz am Anbauort),
    sowie:
    – Analysen zur Samenheterosis (im DFG-SPP Heterosis),
    – Physiologische Ursachen der Frosttoleranz und Entwicklung von Winterackerbohnen,
    – (Winter-)Ackerbohnen für die Biogaserzeugung (Kooperation mit dem LS Pflanzenbau)
    u.a.m.

     Zur dritten Forschungssäule der Abteilung gehören – neben Untersuchungen an tropischen Nutzpflanzen mit und für Doktoranden aus entsprechenden Ländern – unter anderem Arbeiten zur:

    – Züchtung von Saflor als alternative Ölfrucht für den ökologischen Anbau,
    On-farm-Bewirtschaftung von Landsorten der Linse (Einfluss natürlicher Auslese beim Anbau), und
    – Züchtung von frei-dreschendem Winter-Einkorn (Triticum monococcum), zugleich als experimentelles Modul des Bachelor-Studiums mit allen erforderlichen Arbeits- und Auswertungsschritten einer inzwischen über 7 Jahre fortgeführten Linienzüchtung.

     Für den Sonnenschein während der Besichtigung hatten die lokalen Organisatoren (der nächste Regen kam erst am Nachmittag), für den abschließenden Imbiss die GFP gesorgt.

                                                                                                   (G. Röbbelen, Göttingen)

  • Bericht der Sommertagung der AG14 bei der Südwestdeutschen Saatzucht GmbH & Co. KG, Dr. Hans Rolf Späth am 22./23. Juni 2005 in Rastatt “Züchtung von Körnerleguminosen”

    – 26 Teilnehmer –

    Leitung:
    Prof. W. Link, Göttingen

    Mit einem „Grüß Gott“ begrüßte Herr Dr. Peter Römer, der für die Körnerleguminosen (u.a.) zuständige Pflanzenzüchter des Hauses, die Gäste im Hof der Station im Rastatter Rheinfeld, wo sich die meisten der angemeldeten Teilnehmer schon am Mittwochnachmittag eingefunden hatten. Erster Programmpunkt war die Besichtigung des Lupinen-Zuchtgartens, des Anthraknose-Testfeldes für Lupinen und der Erbsen-Leistungsprüfungen des Unternehmens. Angesichts des eindruckvollen Zuchtmaterials ergaben sich zwanglos viele Fragen, auf die Dr. Römer rundum kompetent Auskunft geben konnte: zum Vergleich der Weißen (Lupinus albus) mit der Blauen Lupine (L. angustifolius) in Morphologie und Leistungen, in Zuchtzielen und hier insbesondere dem verschiedenen Resistenzverhalten, in Anbaufragen oder in der Vererbung des Alkaloid-Gehaltes und seiner Grenzwerte für die Futternutzung (<0,05%) bzw. die menschliche Ernährung (<0,02%). Weitere interessante Einzelheiten betrafen u.a. das regionale (im warmen Süden) Auftreten der solitären Holzbiene, Xylocopa violacea , die in den letzten Jahren auch bei den strengen Fremdbefruchtern Erbse und Lupine unter gegebenen Umständen für eine deutlich erhöhte Fremdbefruchtung sorgte, oder die Erfahrung, dass in Lupinensamen nach 2 Jahren ungekühlter ( +20°C) Lagerung der Anthraknosepilz (Colletotrichum lupini) nicht mehr lebend vorliegt. Aber auch mit Saatgutbeizung und einem strikten Fungizidprogramm lassen sich Bestände der Blauen Lupine anthraknosefrei halten. Demgegenüber konnten bei dieser Krankheit trotz intensiver Resistenzzüchtung bis heute noch keine zureichend resistenten Sorten entwickelt werden. Dennoch war bei allen Körnerleguminosen-Arten der Zuchtfortschritt der letzten Jahrzehnte beachtenswert. Umso bedauerlicher ist, dass z.B. bei den Erbsen in der Wertprüfung 1 des BSA die Anzahl der Prüfglieder von früher rd. 30 auf zurzeit 20 zurückging und unter den gegenwärtig neun Anmeldern nur noch zwei deutsche Zuchtfirmen sind.

     Am Abend traf man sich auf einer gastronomischen Terrasse des Schlossparks zu einem sehr gemütlichen Beisammensein, bei dem die Gelegenheit zu weiterem Gedankenaustausch rege genutzt wurde.

     Am Donnerstag früh wurden die Teilnehmer vom Geschäftsführer der Südwestsaat GbR, Herrn Dr. K.L. Nau, begrüßt, der kurz in die Geschichte der Firma einführte: Beginn der Pflanzenzüchtung durch Fritz Späth 1938 auf dem Seehof bei Tübingen (Erbsen, Sommerraps, Gräser und Weizen); 1972 Übernahme der bis dahin landeseigenen Südwestdeutschen Saatzucht in Rastatt durch seinen Sohn Dr. Hans-Rudolf Späth, einschließlich des Maiszuchtprogramms (‘gelber Badischer Landmais’), das 1912 in der Badischen Saatzuchtanstalt Hochburg, und der Spargelzüchtung (‘Schwetzinger Meisterschuss’), die im gleichen Jahre vom Garteninspektor Unselt in Schwetzingen begonnen worden war. Seit 1979 ist die Südwestsaat für den Vertrieb Mitglied der Saaten-Union, Hannover. Nach 1990 übernahm sie zwei weitere Zuchtstationen in Aschersleben für Kräuter und Gemüse und in Möringen bei Stendal für den Spargel. Heute liegt der Schwerpunkt des Unternehmens nach wie vor mit rd. 60% beim Mais und rd. 20% beim Spargel. Trotz bester, neu zugelassener Sorten bei Lupinen und Erbsen entschied die Südwestsaat Anfang dieses Jahres wegen der zurückgehenden Flächen und dementsprechenden Lizenzeinnahmen und der zunehmenden Zurückhaltung der Vertriebspartner gegenüber den einheimischen Körnerleguminosen, die Neuzüchtung bei diesen Arten zu beenden und sich in Zukunft auf die Vertretung fremder Sorten zu beschränken.

    Zum Einstieg in die Fachvorträge gab Dr. Römer einen umfassenden Überblick über die bisherigen Arbeiten der Südwestsaat und erklärte die Ziele und Methoden seiner Erbsen- und Lupinen-Züchtung: Bei Erbse in besonderer Ausrichtung auf Märkte in Frankreich, Kanada u.a. wurde intensiv „single-seed-descent“ (SSD, 3 Generationen im Jahr) angewendet mit F 1 in Teneriffa; die Lupinenzüchtung folgte der Pedigree-Methode. Da Qualität nicht bezahlt wird, war sie kein besonderes Zuchtziel.

    Als Gastredner zum Thema Qualitätszüchtung bei Erbsen und Ackerbohnen leitete Dr.Gerard Duc, INRA Dijon, die heutige Erzeugung von Körnerleguminosen in der EU aus dem Marshallplan 1946, der Sojakrise 1973 und der BSE-Krise 1996 sowie aus unseren Zwängen bei der WTO her. Im Einzelnen belegte er, dass Erbsen nicht für Geflügel taugen, da ihr Proteingehalt zu niedrig ist; jedoch könnte hier bei entsprechendem Zuchtfortschritt ein neuer Markt eröffnet werden. Für Wiederkäuer erscheinen bunt blühende Erbsen besser geeignet, da sich bei diesen Tannin positiv auswirken kann (Schutzfunktion für das Protein im Pansen). Berichtet wurde über den als „Marke“ neu vorgeschlagenen ‘Fevita’-Typus bei Ackerbohnen, (tanninfrei und sehr niedrig im Vicin-Gehalt, ein „00-Typ“ entsprechend Canola beim Raps), der die völlig bedenkenlose Mischung von Ackerbohnen mit Erbsen und Verwendung bei allen Nutztieren wie Geflügel, Ferkeln etc. erlaubt. Erste Sorten sind auf dem Markt bzw. in Prüfung. Außer Qualität muss die Züchtung insbesondere auch Stresstoleranz gegen biotische und abiotische Faktoren beachten, so z.B. Aphanomyces-Resistenz oder Frostfestigkeit bei den Winterformen der Erbse und Bohne. Im Übrigen wird vom INRA das CRB (Centre des Ressources Biologiques) betrieben, wo genetische Ressourcen von Körnerleguminosen gesammelt, aufbewahrt und langfristig bearbeitet werden.

    Anschließend stellte Dr. W. Sauermann, Landw.kammer Schleswig-Holstein, den „HEB-Index“ vor: Dieser setzt die Bestandeshöhe der Erbse beim Blüh-Ende mit dem bei der Ernte ins Verhältnis und vermeidet, dass auf gleiche Höhe zusammengesackte Erbsen als gleich bonitiert werden, obwohl sie anfänglich deutlich verschieden hoch waren. Ein niedriger Index (<1) bewertet die relativ stärker in sich zusammengesackte Erbse als schlechter, was die Sache richtig auf den Punkt bringt. Das Verfahren ist u.a. in Schleswig-Holstein erfolgreich im Einsatz.

    Danach erklärte Dr. O. Sass, NPZ Hohenlieth, wie man zurzeit bei der Ackerbohne die hohe Heterosis für Ertrag bzw. die „Hybridleistung“ (Hybride minus beste nicht-Hybrid-Sorte >20%) in Synthetischen Sorten nutzen kann. Er stellte den in der NPZ verwendeten Synthetic-Eignungs-Test vor, der dem Polycross-Test bei Futtergräsern entspricht. Als eindrucksvolles Erfolgsbeispiel aus dieser Arbeit nannte er die neue Sorte ‘Fuego’, die aus einem Polycross 1997 hervorging und bereits 2004 zugelassen wurde.

    Aus Arbeiten an der Univ. Hohenheim berichtete Herr J. Poetsch über erste Ergebnisse eines ökologischen, pflanzenbaulichen Sortenvergleichs bei Winterformen von Ackerbohne, Erbse und Lupine. Hier konnten im ersten Versuchsjahr nicht alle Varianten und Blöcke auswertbar durchgeführt werden, z.B. wegen Verunkrautung, Auswinterung, Nematodenbefall oder Hagelschlag. Nach erster Einschätzung sei die Winterfestigkeit bei der Lupine im Unterschied zu entsprechenden Ackerbohnen- und Erbsenwinterformen als „grenzwertig“ einzuschätzen.

    Frau L. Ghaouti, Göttingen, präsentierte ihr Projekt zur partizipatorischen Züchtung von Winter- und Sommerbohnen mit Landwirten des Naturland-Verbandes. Aufgrund ihrer Auswertung einjähriger Daten über 5 Orte stellte sie einen Strategievergleich an: für jeden Ort einzeln bzw. für das Mittel über alle Orte zu züchten. Dabei konnte sie eine größere nutzbare Varianz für die erstgenannte Strategie quantifizieren.

    Frau Dr. B. Klocke, Berlin stellte ihr Prognosemodell zur Anthraknoseerkrankung von Lupinen vor. Es basiert u.a. auf der Sorte ‘Bora’, die, ohne völlig resistent zu sein, eine klar überlegene Widerstandskraft gegen die Anthraknose erkennen lässt. Auf der Suche nach weiteren Anthraknose-Resistenzquellen für die blaue Lupine entwickelte Frau Dr. B. Ruge-Wehling, Groß Lüsewitz, in Zusammenarbeit mit der Saatzucht Steinach AFLP-, MFLP- und SSR-Marker (letztere aus Daten von Medicago truncatula), um einerseits eine australische Resistenz (mit dem Gen LANr 1) nutzbar zu machen, und andererseits Genbank-Akzessionen zu screenen. Mit einem QTL-Ansatz und einem modifizierten Resistenztest soll ein „prebreeding“-Programm durchgeführt werden. Übrigens ist nach ihren Informationen vom diesjährigen Internat. Lupinen-Kongress in Mexiko für die blaue Lupine in Kürze eine sehr brauchbare genetische Karte aus Australien zu erwarten.

    Abschließend fasste Frau Dr. M. Specht von der UFOP die Schwierigkeiten zusammen, der landwirtschaftlichen Praxis die deutlichen und auch in den vorhergehenden Vorträgen aufgezeigten Vorteile des Anbaus und der Erzeugung von Körnerleguminosen zu vermitteln. Sicher ist vorauszusehen, dass mit einer Einschränkung der Züchtung oder gar Einstellung von Neuzuchtprogrammen über kurz oder lang auch die relative Vorzüglichkeit der Körnerleguminosen abnehmen würde. Deshalb bereitet die UFOP für Oktober 2005 den Beginn einer Initiative vor, in der anhand praktischer Beispiele erfolgreiche Strategien zum Anbau und zur Vermarktung von Körnerleguminosen vorgestellt und analysiert werden sollen. Damit soll versucht werden, der Zurückhaltung gegenüber den Körnerleguminosen oder gar ihrer Ablehnung statt mit Worten und Zahlen mit realen Fallbeispielen entgegenzutreten. Die Koordination des Projekts wird voraussichtlich in Kiel angesiedelt sein. Die zugehörigen Demonstrationsregionen sollen für Ackerbohnen in Nordrhein-Westfalen, für Erbsen in Sachsen-Anhalt und für Lupinen in Mecklenburg liegen. Ziel des Vorhabens ist sicherzustellen, dass in einer Zeit agrarpolitischer Umbrüche und Unsicherheiten die laufenden Arbeiten mit Körnerleguminosen koordiniert und effizient fortgesetzt werden.

    In der abschließenden Diskussion schlossen sich die Anwesenden dieser Auffassung einstimmig an und unterstützten sie mit weiteren Beiträgen. So wurde darauf hingewiesen, dass die in der Biologie entscheidenden Informationsträger, die vier DNA-Basen, ebenso wie die „Werkzeuge“ des Lebens, die Enzyme, in ihrem Molekül durch den Besitz von Stickstoffatomen ausgezeichnet sind, die den „bloßen“ Energieträgern, den Kohlenhydraten und Fetten, fehlen. „Natürlich“ kommt dieser Stickstoff in den agrarischen Stoffkreislauf durch die Leguminosen. Sie dienen damit der Landwirtschaft und Gesellschaft an zentraler Stelle. Offensichtlich muss diese Einsicht, die erstmals der altmärkische Landwirt Albert Schultz-Lupitz schon 1881 veröffentlichte, jeder Generation neu erklärt werden. Über die bekannten Argumente aus Diversität, Fruchtfolge und Deckungsbeitrag hinaus gilt nach wie vor, dass für eine organische und nachhaltige Landwirtschaft Körnerleguminosen unentbehrlich sind. Ihre Förderung in Forschung und Praxis verdient besondere Priorität – heute mehr denn je!

    (W. Link, Göttingen)