AG Leiter:

Antia Stöver, Stuttgart
Prof. Dr. Heiko Mibus-Schoppe, Geisenheim

Den Termin des nächsten AG-Treffens finden Sie im GPZ-Terminkalender!
Dort finden Sie auch die aktuellen Programme der Veranstaltungen sowie Informationen zur Anreise, etc.

Kommende Veranstaltungen der AG

Datum/Zeit Veranstaltung
15. September 2022 - 16. September 2022
Ganztägig
Tagung der AG 18 (Zierpflanzen): „Herausforderungen bei der Züchtung klimaangepasster Zierpflanzen“
Julius Kühn-Institut, Quedlinburg Deutschland
Anita Stöver
Prof. Dr. Heiko Mibus-Schoppe

Ziel der Arbeitsgruppe:

… ist der Austausch zwischen Wissenschaft und praktischer Zierpflanzenzüchtung. Auf den jährlichen Treffen werden je ein Schwerpunktthema behandelt und laufende bzw. gerade abgeschlossene wissenschaftliche Projekte vorgestellt und diskutiert. Ein Bericht aus der praktischen Zierpflanzenzüchtung einer Firma soll den Wissenschaftlern einen Einblick in die kommerzielle Praxis bieten. Besonders wichtig ist der Austausch zwischen den beiden Gruppen in der Diskussion und im Umfeld des Treffens. Die Treffen finden i.d.Regel im Wechsel an einem Institutsstandort und bei einer Firma statt.

Themen der letzten Treffen:

  • Erweiterung der genetischen Variabilität
  • Omics-Technologien für die Zierpflanzenzüchtung
  • Polyploidie in der Zierpflanzenzüchtung
  • Insektenresistenz
  • Einsatz von Next Generation Sequencing (NGS) zur Detektion von Mutationen und CRISPR/Cas9 in der Zierpflanzenzüchtung
  • Epigenetik – zukünftige Einsatzmöglichkeiten in der Zierpflanzenzüchtung

Object of the Working Group

.. is the exchange of ideas and expertise between horticultural scientists and practical flower breeders. Meetings are held annually and each covers a key topic. They also include presentations and discussions on ongoing or recently completed scientific projects. Each time, one of the presentations is given by a breeder who works in a company to help scientists understand the world of commercial plant breeding. The exchange between the two groups of participants in the discussions and surrounding the meetings is especially important. The annual meetings are generally held alternately at the location of an institute and a company.

The key topics of the last meetings:

  • Enhancement of genetic variability
  • Omics -technologies for flower breeding
  • Polyploidy in flower breeding
  • Insect resistance
  • Use of next-generation sequencing to detect mutants and CRISPR/Cas9 in flower breeding
  • Epigenetics – potential future applications in flower breeding

Neuigkeiten aus der AG:

  • Treffen der GPZ-AG 18 (Zierpflanzen) vom 09.-10.09.2021 mit dem Thema: „Neue Phänotypisierungsmethoden in der Zierpflanzenzüchtung“

    Gastgeber der diesjährigen GPZ-Tagung der AG Zierpflanzen war die Firma Ernst Benary Samenzucht GmbH in Hann. Münden. Die Tagung fand vom 09.-10.09.2021 in einem nahegelegenen Tagungshotel statt. Zum Auftakt der eineinhalbtägigen Veranstaltung begrüßte der Geschäftsführer Dr. Matthias Redlefsen die 47 Teilnehmer mit ein paar einleitenden Worten. Laut Redlefsen befindet sich auch der Zierpflanzenbau, wie viele andere Branchen, im Umbruch und muss sich neuen Herausforderungen stellen. Eine US-Studie hat sogar gezeigt, dass während der Pandemie viele Menschen (ca. 15 Millionen) zum ersten Mal in ihrem Leben eine Pflanze gekauft haben. Das Interesse an ästhetischen Pflanzen von Seiten der Konsumenten ist groß. Umso wichtiger ist es zu sondieren, welche neuen Technologien die Zierpflanzenzüchtung in Zukunft unterstützen können. Dabei werden auch neue Phänotypisierungsmethoden eine wichtige Rolle spielen.

    Wie dem nachstehenden Tagungsprogramm 2021 zu entnehmen ist, kamen die insgesamt 13 Referenten sowohl aus der Forschung als auch aus der Praxis. Nutzer oder Interessenten und Entwickler der neuen Phänotypisierungstechnologien hatten ausreichend Möglichkeiten in den Pausen oder beim gemeinsamen geselligen Abendessen sich über mögliche Einsatz- oder Anwendungsmöglichkeiten auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

    Die nächste Tagung wird im September 2022 am JKI in Quedlinburg stattfinden mit zwei Themenbereichen: 1) „Züchtung klimaangepasster Zierpflanzen“, 2) Umgang mit dem Nagoya-Protokoll in der Zierpflanzenzüchtung

    Tagungsprogramm 2021:

      13:00- 13:40  Mark Müller-Linow; Forschungszentrum Jülich IBG-2: Plant Sciences Plant phenotyping across borders  
    13:40-14:20Kerstin Neumann; IPK Gatersleben; Arbeitsgruppe Automatisierte Pflanzenphänotypisierung „Phenomics infrastructure at IPK – options and use cases for crop plants”  
    14:20-15:00Kaffeepause
      15:00-15:40  Evgeny, Gladilin; IPK Gatersleben, Research Group Image Analysis “High-throughput phenotyping of plants and plant parts using automated image analysis”  
    15:40-16:10Hendrik de Villiers; Wageningen Food & Biobased Research, Wageningen University & Research “Abnormality detection in seedlings from 3D models using deep learning”  
    16:10-16:20Dag Heineman; HOT – Hannover Centre for Optical Technologies; LUH “Phytophotonik: Einsatz optischer Technologien in den Pflanzenwissenschaften“  
    16:20-17:00Pause
      17:00-17:30  Oliver Deusch; Computomics GmbH Tübingen“Lösungsmöglichkeiten der Datenverarbeitung und der Vernetzung von phänotypischen mit genotypischen Daten”  
    17:30-18:00Anita Stöver; Selecta One, Stuttgart “Möglichkeiten und Grenzen der Phänotypisierung bei der Zierpflanzenzüchtung“  
    Anschl.  Allgemeine Diskussion zu neuen Phänotypisierungsmethoden in der Zierpflanzenzüchtung  
    Ab 19:00  Geselliges Beisammensein mit Abendessen

    Freitag, 10.09.2021

    08:30-9:00Ana Carolina Campos; Dümmen Orange The Netherlands B.V. “Next generation phenotyping for ornamental crops.” (evtl. online Übertragung)  
    09:00-9:30Hans Bethge, Thomas Rath, Traud Winkelmann; Leibniz Universität Hannover “Chancen und Herausforderungen bei der Entwicklung eines In-vitro-Phänotypisierungssystems”

    9:30-10:00Leila Fazlikhani, Julia Schumacher and Conny Tränkner; FGK, FH-Erfurt “Establishment of a reliable leaf detached assay for high throughput screening of Botrytis resistance in Hydrangea macrophylla and it´s applicability in resistance breeding  
      10:00-10:40  Kaffeepause
      
      
    10:40-11:10Conny Tränkner;  FGK, FH-Erfurt “The genetics of unreduced pollen formation in Hydrangea macrophylla  
    11:10-11:40David Wamhoff, Thi Hong Nhung Nguyen, Dietmar Schulz, Jasmin Rudeck, Ljudmilla Borisjuk, Thomas Debener, Traud Winkelmann: “Genetische und anatomische Untersuchung der Adventivwurzelbildung bei Rosen”

    11:40-12:10Julia Brandes, Katja Burow und Philipp Franken; FGK, FH-Erfurt “Stabile positive Effekte der Mykorrhizasymbiose als Züchtungsziel: Die Petunie als Modell.”

    12:10-12:25Johannes Nebelmeir „Vorstellung der Firma Ernst Benary Samenzucht GmbH“  
    Anschl.Diskussion, Wahl einer neuen/eines neuen Vorsitzenden und Planung der nächsten Tagung  
    Gegen 12:45 Mittagsimbiss, anschl. Besuch und Führung durch die Züchtungsabteilung der Firma Ernst Benary Samenzucht GmbH
  • Bericht des Treffens vom 2./3. September 2008 in Ellerhoop Vortragstagung mit Demonstration von Versuchen des Gartenbauzentrums

    – 46 Teilnehmer –

    Organisation:
    Prof. Dr. Th. Debener, Hannover, und Dr. M. Mehring-Lemper, Hann. Münden

    Das diesjährige Treffen fand im Gartenbauzentrum der Landwirtschaftskammer Schleswig Holstein in Ellerhoop statt. Dieses Zentrum dient neben der Beratung von Praxisbetrieben auch der Durchführung von anwendungsbezogenen Versuchen im Bereich Baumschule und Zierpflanzenbau sowie als Ausbildungsstätte für die überbetriebliche Ausbildung im Gartenbau und Garten- und Landschaftsbau. Die Tagung begann daher am Nachmittag des 2. Sept. mit einer Führung durch das Gartenbauzentrum und einer kurzen Demonstration laufender Versuche. Dazu zählen u.a. Düngungsversuche an Baumschulgehölzen, Sortenversuche zur Eignung von Hortensien im Freilandanbau und die Eignung von Topfrosen zur Weiterkultur im Freiland.

    Das diesjährige Generalthema des Arbeitstreffens lautete „Phänotypische und genetische Stabilität von Zierpflanzensorten“ und geht auf Vorschläge aus dem Kreis der AG-Mitglieder zurück. Unter diesem Oberthema wurde die Problematik der Sortenstabilität am ersten Tag in vier Vorträgen aus Sicht der Praxis, des Sortenamtes und der Forschung behandelt.

    Frau Dr. K. Zerr, Züchterin der Firma Syngenta in Hillscheid, beschrieb in ihrem Vortrag zur „Sortenstabilität bei Poinsettia aus züchterischer Sicht“ die besondere Problematik bei der Züchtung von Weihnachtssternen, die u.a. darin begründet liegt, dass das Endprodukt seinen Phänotyp nur durch Befall mit mlo´s (mycoplasma like organisms) erhält und dass viele Varianten in der Blatt- bzw. Hochblattfärbung durch Chimärismus hervorgerufen werden.
    Im zweiten Vortrag stellte Herr Dr. B. Spellerberg vom Bundessortenamt die Kriterien für Sortenstabilität im Rahmen der Sortenprüfung dar und präsentierte Beispiele für kritische bzw. unkritische Formen von Variabilität in zur Anmeldung eingereichten Sortenmustern.

    Die nächsten zwei Vorträge behandelten das Problem der Stabilität aus wissenschaftlicher Sicht. Frau Prof. T. Winkelmann von der Leibniz Universität Hannover stellte den Stand des Wissens über das Ausmaß somaklonaler Variabilität von Pflanzen nach in-vitro-Vermehrung sowie möglicher Ursachen dar. Im letzten Vortrag von Herrn Prof. Th. Debener ebenfalls von der Leibniz Universität Hannover wurden sowohl neuere Theorien über die Ursachen genetischer Variabilität nach klonaler Vermehrung (neben genetischen auch sogenannte „epigenetische“ Prozesse) vor und beschrieb gängige Methoden zum Nachweis von Variabilität sowohl auf der genetischen als auch auf der epigenetischen Ebene. Daran knüpfte sich eine allgemeine Diskussion an über den Sinn der bestehenden Regeln im Zulassungsprozess sowie die Auswirkungen neuer Nachweistechniken für genetische Variabilität auf die Sortenunterscheidung.

    Mit einem gemütlichen Beisammensein in der Cafeteria des Gartenbauzentrums klang der erste Tag aus.
    Am nächsten Vormittag wurden in vier freien Vorträgen Ergebnisse aus laufenden Forschungsvorhaben an Zierpflanzen vorgestellt:

    Herr Thomas Borchert aus dem IGZ in Erfurt knüpfte thematisch an das Problem der Variabilität von Sorten an, indem er Arbeiten zur Untersuchung molekularer Marker in der Gattung Calluna und deren Anwendung zur Festlegung von Grenzen zwischen nicht abgeleiteten und abgeleiteten Sorten beschrieb.
    Frau Ann-Katrin Lühmann, Leibniz Universität Hannover, berichtete über die Entwicklung molekularer Marker für den Sternrußtau an Rosen und ihre Ergebnisse zur Untersuchung der Populationsstruktur in verschieden alten und verschieden diversen Rosenpopulationen sowie den Konsequenzen, die sich daraus für die Resistenzzüchtung bei Rosen ergeben.

    Anschließend berichtete Frau Antje Doil von der FH Weihenstephan über Ergebnisse zur in-vitro-Kultur von Hydrangea und der Nutzung in einem anwendungsorientierten Projekt zur Unterstützung der Sortenzüchtung.
    Im letzten Vortrag von Herrn Noroola Amahdi von der Leibniz Universität Hannover wurden Arbeiten zum Ethyhlenstoffwechsel von Topfrosen vor allem in Bezug auf die Bedeutung für die Haltbarkeit der Blüten vorgestellt und diskutiert.

    An die Vorträge schloss sich wie in jedem Jahr die Geschäftssitzung der AG Zierpflanzen an. Hier wurde als mögliches Generalthema für die nächste Vortragsveranstaltung die Erzeugung und Nutzung transgener Zierpflanzen vorläufig festgelegt. Da aber im Jahre 2009 vom 31. August bis 4. September in den Niederlanden die Tagung der EUCARPIA-Sektion Zierpflanzen stattfindet, wurde beschlossen, die nächste Tagung der GPZ-AG 18 erst 2010 stattfinden zu lassen. Der Tagungsort muss zu gegebener Zeit noch bestimmt werden.

    (Th. Debener, Hannover, und M. Mehring-Lemper, Hann.Münden)

  • Bericht des Treffens vom 13./14. Juli 2006 in Hillscheid bei der Fa. Fischer “Genetik und Molekularbiologie der Blüte von Zierpflanzen”

    – 45 Teilnehmer –

    Organisation:
    Prof. Th. Debener, Hannover, Dr. M. Mehring-Lemper, Hann.Münden

    Herr Ernst Groth begrüßt die Teilnehmer im Namen von Herrn Gerhard Fischer, dem Firmenchef des 1958 gegründeten, heute weltweit agierenden Familienunternehmens. Prof. Debener eröffnet die Tagung und nennt das o. g. Schwerpunktthema, das am ersten Halbtag mit 4 eingeladenen Vorträgen behandelt wird.

    Frau Dr. P. Nutt, Universität Jena, beschreibt einführend das für die Blütendifferenzierung heute allgemein verwendete Regulationsmodell, nach dem die vier Organkreise der Blüte, Kelch-, Blüten-, Staub- und Fruchtblätter, durch sequentielle Aktivierung von A-, B- und C-Genen am Sprossvegetationskegel entstehen. Diese Abfolge kann durch spontane oder induzierte Mutationen oder auch gezielt durch antisense-Technik verändert werden. Verantwortlich sind als MADS-Box-Gene bekannte Transkriptionsfaktoren, die durch spezifische DNA-Bindung ihrer Proteine in das Differenzierungsgeschehen eingreifen und durch deren Analyse in Mutanten von geeigneten Modellpflanzen (Arabidopsis, Capsella, Antirrhinum u.a.) Einzelschritte der Organogenese besser verständlich werden können.

    Prof. G. Forkmann, Freising, berichtet über die „Genetik und Molekularbiologie der Blütenfarben“. Die Grundlage für die fast unbegrenzte Farbenfülle sind rd. 7.000 verschiedene molekulare Strukturen, von denen die häufigsten zu den Carotinoiden, Betalainen und Flavonoiden gehören und unter den letzteren wiederum die meisten Anthocyane sind. Die drei wichtigsten Anthocyane: Pelargonidin (hellrot), Cyanidin (tiefrot-violett) und Delphinidin (blau) unterscheiden sich durch ihre Hydroxylierung am Ring B in 3’-, 4’- und 5’-Position. Eine erste praktische Anwendung dieser Kenntnisse ist die seit 2002 auf dem Markt befindliche „blaue Nelke“, die durch Transformation mit dem in Nelken natürlicherweise nicht vorhandenen F3’5’Hydroxylase-Gen geschaffen wurde (s. Vortr. Pflanzenzüchtg. 61, 138-148, 2003). Dem Vernehmen nach kostete dieses Zuchtprogramm die Firma Florigene rd. 28 Mio. US $ und benötigte über rd. 15 Jahre >30 Mitarbeiter, die unter ca. 1.000 Transformanten letztlich diesen einen Genotyp selektierten. Verkauft wird die blaue Nelke in Europa vor allem in England; in Deutschland befürchten die einschlägigen Anbieter Akzeptanzprobleme, die auch ihr konventionelles Sortiment beeinträchtigen könnten.

    Dr. E. Fridman arbeitet an der Hebrew University, Jerusalem, über Stoffwechselwege zu Blütenduftstoffen in spezialisierten Zellen. Zur Chemodiversität tragen insbesondere Phenylpropane sowie Mono- und Sesquiterpene bei. Dr. Fridman berichtete über konkrete Details molekulargenetischer Untersuchungen und Marker-gestützter Selektion auf Phenylpropane (Eugenol) bei Basilikum.

    Dr. S. Davis, MPIZ Köln, betont einleitend, dass in diesem Institut keine Züchtung, sondern Grundlagenforschung betrieben wird, für die im Wesentlichen Modellpflanzen (Arabidopsis) verwendet werden. Der Vortrag betrifft die Kontrolle der Blühzeit. Im Speziellen wird die circadiane Uhr (Tagesrhythmen metabolischer Prozesse) genannt, für die rd. 30 Gene von besonderem Interesse sind. Als Beispiel dient das elf4-Gen, das an der Tageslängenreaktion von Arabidopsis beteiligt ist. Vorgestellt wird ein geplantes Forschungsvorhaben an Cassava, in die ein solches Gen mit einem (Äthanol-)induzierbaren Promotor durch Transformation eingeführt werden soll. Dazu sind Vorarbeiten an Arabidopsis vorgesehen.

    Den ersten Halbtag beschließt ein geselliges Beisammensein mit Abendessen im ****Hotel Heinz im benachbarten Höhr-Grenzhausen.

    Die 6 Kurzvorträge am folgenden Morgen stellen Forschungsergebnisse aus Arbeiten von AG-Mitgliedern vor :

    D. Heckel, Zierpflanzenbau Hannover: „„Klonierung und Analyse von A-Funktionsgenen bei verschiedenen Blütentypen der Rose (Rosa hybrida L.)“.

    Klonierung und Expressionsanalyse von A-Funktionsgenen bei aberranten Blütentypen von Rosen unter verschiedenen Umweltbedingungen.

    L. Meyer, Zierpflanzenbau Hannover: “Somatische Hybridisierungen bei Petunia und Calibrachoa“. Somatische Hybridisierung bei Petunia und/mit der nahe verwandten Gattung Calibrachoa (Mini-Petunien); Fusion von Blattmesophyll- und Petalen-Protoplasten, Nachweis der Hybriden mittels Durchflußcytometrie bzw. RAPD-Markern.

    C. Seitz, Zierpflanzenzüchtung München-Weihenstephan: „Strategien der Blaufärbung bei Blüten von Asteraceen“. Analyse der Farbstoffe (Cyanidin, Delphinidin) und beteiligten Hydroxylasen, im Stammbaum entstand das F3’5’H-Enzym mehrfach, Coevolution mit Bestäuberinsekten.

    A-K. Lühmann, Angewandte Genetik Hannover: „Molekulare Untersuchungen zur genetischen Diversität des Sternrußtaus an Rosen“. Entstehung von genetischer Diversität beim Sternrußtau an Rosen: Entwicklung molekularer Marker, mit diesen Rassenanalyse in verschiedenen Pilzpopulationen aus alten Rosenkulturen (z.B. Rosarium Sangerhausen) vs. Neuanpflanzungen und Rückschluss auf die Entstehung und Verbreitungsgeschwindigkeit von neuen pathogenen Rassen (Risikomodell).

    U. Ryschka, BAZ Quedlinburg: „Protoplastenfusion bei Pelargonium“. Schaffung der methodischen Voraussetzungen für eine Protoplastenfusion bei Pelargonien:
    In-vitro-Meristemkultur, Protoplastenisolation und Regeneration in Tröpfchenkultur, Fusion mittels PEG oder Biolistik, Selektion der Heterofusionsprodukte (nach vorheriger Bestrahlung eines Partners).

    S. Plaschil, BAZ Quedlinburg: „Übersicht über die geplanten Projekte an Erica gracilis und Rhododendron“ Übersicht über die in der neuen Arbeitsgruppe von Frau Plaschil geplanten züchterischen Vorhaben bei Erica gracilis und Rhododendron; Erstellung einer Datenbank (Literatur), Sammlung von genetischem Material, Entwicklung von Techniken für die In-vitro-Kultur, für die Mutagenese, insbes. Polyploidisierung, die Kreuzung und Resistenzbestimmung.

    In der Abschlussdiskussion werden mögliche Themen für die nächste AG-Tagung erörtert. Favorisiert wird: „Einsatz von molekularen Markern in der Zierpflanzenzüchtung – Merkmale, Methoden, Kosten“. Genannt werden auch: „Potentiale und Realisierung transgener Zierpflanzen“ und „In-vitro-Verfahren – Somatische Embryogenese, künstliche Samen“.

    Prof. Debener stellt das Ergebnis einer Umfrage unter den einschlägigen Zierpflanzen-Zuchtfirmen in Deutschland vor, mit der Bedarf und Qualifikation des zukünftigen Personals (Nachwuchs) und damit zugleich die Meinung über Stellenwert und Verfügbarkeit wichtiger züchterischer Methoden (klassischer und molekularer) erhoben wurde. Hohe Priorität für zukünftige Arbeitsanforderungen wird den klassischen Zuchtmethoden, eine deutlich geringere z.B. den Markertechniken zugeschrieben. „Stand und Entwicklung der Zuchtmethoden bei Zierpflanzen (und der Einbau und die Bewertung molekulargenetischer Verfahren)“ sollte daher in einer kommenden AG-Tagung auch einmal thematisiert werden!

    Nach einem Mittagsimbiss endete die Tagung mit einem Rundgang durch die riesige Gewächshausanlage und die Freilandprüfungen. Von den 35.000 m 2 Hochglasfläche am Ort dienen 30.000 m 2 der Jungpflanzenproduktion und nur der Rest der Neuzucht. Hier zeigte Frau K. Zerr ihre Arbeiten mit Poinsettien. Züchtung von Pelargonien erfolgt bei Fischer schwerpunktmäßig auf den Kanaren, von Neu-Guinea-Impatiens in Portugal. Sehr viele Prüfungen stehen in den USA, die zugleich ein Hauptabsatzgebiet sind. Während anfänglich (1958) die Firma „pelfi“ auf Pelargonien spezialisiert war, verfügt sie heute – nach Übernahme der amerikanischen Firma Goldsmith in ihrem „goldfish“-Sortiment über eine breite Palette (aller) wichtigen vegetativ vermehrten Zierpflanzen und zählt international zu den größten Anbietern.

    (G. Röbbelen, Göttingen)

  • Bericht des Treffens vom 8./9. September 2005 in Hannover “Forschungspotential für Zierpflanzenzüchtung und Zierpflanzenbau”

    – 40 Teilnehmer –

    Organisation:
    Prof. Dr. Thomas Debener, Hannover; Dr. M. Mehring-Lemper, Hann.Münden

    Das diesjährige Schwerpunktthema unterschied sich von denen vergangener Jahre dadurch, dass kein Themengebiet aus der Züchtung oder Züchtungsgenetik gewählt, sondern ein Forschungsstandort vorgestellt wurde. Das geht auf Diskussionen über die schwindenden Ressourcen für Züchtungsforschung bei Zierpflanzen an deutschen Universitäten zurück, welche auf der Tagung des Vorjahres einen breiten Raum eingenommen hatten. Da der ehemalige Fachbereich Gartenbau der Universität Hannover für gartenbauliche Forschung einer der letzten Universitätsstandorte ist, sollte durch die Vorstellung der hier mit Zierpflanzen befassten Institute das Potential für den Bereich Zierpflanzenzüchtung und Zierpflanzenbau deutlich gemacht werden.

    Nach Begrüßung der Teilnehmer skizzierte Prof. Debener kurz die Struktur der neu gegründeten Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Hannover und gab dann einen Überblick über die Arbeiten der eigenen Arbeitsgruppe „Allgemeine und molekulare Pflanzenzüchtung“. In Fortführung seiner am Institut für Zierpflanzenzüchtung in Ahrensburg begonnenen Arbeiten ist die Rose weiterhin das Hauptobjekt der Forschung, wenngleich kleinere Projekte auch an Dahlien, Tomaten und Osteospermum bearbeitet werden. Im Mittelpunkt stehen Probleme der Resistenz gegenüber drei wichtigen Rosenkrankheiten (Sternrußtau, Echter Mehltau und Falscher Mehltau). Dazu werden Untersuchungen durchgeführt zur Evaluation genetischer Ressourcen, zur molekularen Charakterisierung und Quantifizierung von Pathogenpopulationen, zur Kartierung von monogenischen Merkmalen und QTL-Loci mit molekularen Markern bis hin zur molekularen Analyse von an Resistenzreaktionen beteiligten Genen. Insgesamt erscheint in dieser Weise eine Fokussierung auf ein biologisches System und ein begrenztes Methodenspektrum notwendig, um die vorhandenen, beschränkten Ressourcen für die Forschung effizient nutzen zu können.

    Abweichend von der Struktur der übrigen Vorträge stellte sodann Frau Mantana Buanong die Ergebnisse ihres Doktorandenprojekts in der Abteilung Zierpflanzenbau vor. Dabei geht es um die Haltbarkeit von Topfrosen, einer der wichtigsten Eigenschaften bei deren Produktion. Neben züchterischen Arbeiten zur Optimierung genetischer Faktoren werden Möglichkeiten untersucht, das Merkmal durch Inhibitoren zu beeinflussen. In eingehenden Analysen zur Wirkung und Effizienz verschiedener Ethylen-Inhibitoren ergab sich ein deutlich positiver Effekt der beiden Cyclopropene 1-OCP und 1-DCP, der jedoch für beide Substanzen unabhängig vom Genotyp ist.

    Im Anschluss an diesen Vortrag gab Frau PD T. Winkelmann eine Übersicht über laufende Arbeiten der Abteilung Zierpflanzenbau. Außer den vorstehend bereits angesprochenen Arbeiten aus dem Bereich der Nacherntephysiologie unter besonderer Berücksichtigung des Ethylenstoffwechsels ist ein Schwerpunkt die Anwendung von in vitro-Verfahren zur Vermehrung, zur Erweiterung der genetischen Variabilität durch Protoplastenfusion sowie zur gentechnischen Veränderung von Zierpflanzen. Themen sind beispielsweise die Analyse von Faktoren zur Steuerung der somatischen Embryogenese bei Cyclamen persicum, die Lokalisierung genetischer Faktoren mit Hilfe molekularer Marker, verbesserte Methoden des Gentransfers bei Petunia und Pelargonium und die Erhöhung der genetischen Variabilität durch Protoplastenkultur bei Saintpaulia, Petunia und Cyclamen.

    Im letzten Vortrag des ersten Halbtags stellte Dr. M. Zahn aus der AG Spezielle Ertragsphysiologie verschiedene Forschungsprojekte zu Prozessen der Signaltransduktion in Pflanzen am Beispiel der Phospholipasen A und C vor. Diese Untersuchungen wurden vor allem an Petunien durchgeführt. Sie bieten neben ihrer Bedeutung für die Grundlagenforschung auch mögliche Anwendungen in der Erhöhung der Resistenz von Pflanzen gegenüber Krankheitserregern. Des Weiteren wurde über Arbeiten an NO als Signalmolekül und die Wirkung von Schwerelosigkeit auf die Ausbildung des Zytoskeletts in keimendem Tabakpollen berichtet, wobei die Darstellung der Raketenexperimente zur Herstellung der Schwerelosigkeit bei den Zuhörern besonderes Interesse fand.

    Nach den Vorträgen führten Herr Dipl. Ing. K. Dreier durch die neue Tageslichtversuchsanlage und das Phytotron und Frau Dr. Winkelmann durch das zentrale In vitro-Labor des Standorts Herrenhausen der Universität Hannover, deren Ausstattung nichts zu wünschen übrig ließ und rege Nachfragen und allgemeine Anerkennung hervorrief.

    Der zweite Tag begann mit einer Darstellung der neuen Strukturen für die gartenbauwissenschaftlich relevanten Studiengänge B.Sc./M.Sc. „Gartenbauwissenschaften“ und „Pflanzenbiotechnologie“ durch Herrn Prof. E. Maiß, den ehem. Studiendekan des Fachbereichs Gartenbau. Neben einer sehr anschaulichen Präsentation der Studieninhalte erläuterte dieser auch die verbesserten Voraussetzungen für praktische Abschlussarbeiten vor allem in den M.Sc.-Studiengängen, die zu beidseitigem Vorteil auch für Kooperationsprojekte zwischen Praxis und Wissenschaft genutzt werden können.

    In direktem Anschluss stellte Prof. Maiß das Institut für Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschutz (IPP) vor, in dem zahlreiche Arbeiten mit Relevanz auch für die Zierpflanzenzüchtung und den Zierpflanzenbau durchgeführt werden. Es umfasst die Arbeitsgruppen Entomologie (Prof. Poehling), Virologie (Prof. Maiß), Epidemiologie (Prof. Hau), Phytopathologie (Dr. von Alten) und Bakteriologie (PD Dr. Wydra). In der AG Entomologie werden u.a. Fragen der biologischen Kontrolle des Thripsbefalls und des Einflusses von UV-absorbierenden Folien auf die Verteilung von Thripsen, Blattläusen und Weißen Fliegen bearbeitet. In der AG Phytopathologie ist der Schwerpunkt die Wirkung von Mykorrhizapilzen auf die Pflanzengesundheit sowie auf allgemeine Wachstumsparameter. Das Arbeitsspektrum der AG Virologie reicht vom molekularen Nachweis und der molekularen Charakterisierung verschiedener Pflanzenviren bis zur Biologischen Sicherheitsforschung. Die AG Bakteriologie arbeitet im Wesentlichen im Bereich der integrierten Bekämpfung von Bakteriosen, wobei ein breites Spektrum an Pathogenen (Xanthomonaden, Pseudomonaden, Erwinia, Agrobacterien und Phytoplasmen) in Labor- und Feldforschung abgedeckt wird.

    Den zweiten Vortrag an diesem Morgen hielt Prof. W. Spethmann über den Bereich Baumschulforschung. Hier stehen neue Strategien zur Gehölzvermehrung im Vordergrund. Durch Verwendung von Langstecklingen konnten auch bei Gehölzen, die als schwierig zu vermehren bekannt sind, erheblich verbesserte Bewurzelungsraten erreicht und die Kulturdauer z.B. bei Alleebäumen oder Hochstammrosen um ein bis zwei Jahre verkürzt werden. Die gelegentlich auftretende Blüte sogenannter „Wasserreiser“ soll in einem Promotionsprojekt kausal untersucht werden.

    Den Abschluss der Vorträge bildete ein Bericht über Arbeiten des Lehrgebiets Molekularbiologie (Prof. H.-J. Jacobsen) des ehem. Fachbereichs Biologie, den Frau Dr. A. Richter vortrug. Forschungsthemen betreffen hier vor allem Leguminosen (Erbsen, Bohnen und Kichererbsen), an denen molekulare Beziehungen zwischen Wirtspflanze und Pathogen (AG PD Dr. Krajinski), die Expression rekombinanter Antikörper (AG Dr. Reinhard) und die Verbesserung von Transformationsmethoden (AG Dr. Richter) bearbeitet werden.

    An die Vorträge schloss sich eine kurze Diskussion über die Möglichkeiten der Forschungsförderung an der Nahtstelle von praktischer Zierpflanzenzüchtung und angewandter Forschung an. Danach konnten die Teilnehmer die Labors der AG Molekulare Pflanzenzüchtung besichtigen.

    Das nächste Treffen der GPZ-AG Zierpflanzen (18) ist für 2006 in Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Firma Klemm & Sohn GmbH & CoKG geplant.

    (Th. Debener, Hannover)

  • Bericht des Treffens vom 2./3. August 2004 in Hann. Münden – Zierpflanzenzüchtung für den Markt

    – ~60 Teilnehmer –

    Organisation:
    Prof. J. Grunewaldt, Ahrensburg und Dr. M. Mehring-Lemper, Hann. Münden

    Bei hochsommerlichen Temperaturen versammelte sich die stattliche Zahl der Teilnehmer in unmittelbarer Nähe der Ernst Benary Samenzucht GmbH in Hann. Münden im Hotel Auefeld. Herr Dr. Mehring-Lemper begrüßte als Mitorganisator und als einer der Züchter von Benary die Teilnehmer im Namen seiner Firma und eröffnete die Tagung.

    Beim ersten Vortrag stieg Prof. W. Bockelmann, Berlin, mit einem provokanten „Zierpflanzenzüchtung für den Markt – wofür denn sonst?“ sogleich voll in das Thema ein und erläuterte eingehend und fachkundig die komplexe Kundenstruktur und die Wertschöpfungskette in diesem Bereich. Anschließend kam mit Herrn H. Weimann, Geschäftsführer der Fa. Pflanzen-Kölle, ein Vertreter des Einzelhandels – und somit ein wichtiger Kunde der Züchtung – zu Wort. Er präsentierte das mit dem deutschen Handelspreis prämierte Konzept seines Hauses Pflanzen-Kölle, und zeigte, wie dabei auf Kundenwünsche u.a. mit besten Sorten in aktuellen Farben eingegangen wird.

    Es folgten exemplarisch an ausgewählten Kulturen Berichte von aktiven Zierpflanzenzüchtern über die Entwicklung von Zuchtzielen und Marktansprüchen. Herr T. Proll (Rosen-Kordes) stellte die rasante Entwicklung von Topfrosen seit 1980 vor, bei denen vor allem die Haltbarkeit ein wichtiges Zuchtziel ist. Anschließend informierte Dr. U. Sander, Zuchtleiter bei Selecta Klemm, über Versuche, dem schwindenden Verbraucherinteresse an Schnittnelken durch Züchtung geeigneter Sorten zu begegnen. Dr. M. Mehring-Lemper stellte an einigen ausgewählten Stauden-, Beet- und Balkonpflanzen die Besonderheiten bei der Züchtung samenvermehrter Zierpflanzen vor; hier stehen Einheitlichkeit und Wuchseigenschaften ganz oben auf der Liste der Zuchtziele. Herr P. Oenings, Züchter von Helleborus bei Heuger-Blumen, referierte bei dieser aufstrebenden Kultur über die Entwicklung von Populationssorten und Klonsorten bis hin zu den jetzt in der Testphase befindlichen F1-Hybriden. Abschließend zeigte Herr P. Ambrosius, Marbach, sehr anschaulich, wie aus der wilden Gerbera die heute bekannten Schnittsorten entwickelt wurden.

    Mit einem gemeinsamen Abendessen im Hotel und lebhaften fachlichen und persönlichen Gesprächen klang der erste Tag aus.

    Nachdem der Montag fast vollständig den Vertretern der praktischen Pflanzenzüchtung vorbehalten gewesen war, kam am thematisch allgemeiner gehaltenen Dienstag die Wissenschaft zu Wort. Den Anfang machte Dr. H. Mibus von der Universität Hannover. Er knüpfte an den Vortrag von Herrn Proll an und präsentierte seine Untersuchungen zu den genetisch/metabolischen Grundlagen für Unterschiede in der Ethylensensitivität bei Topfrosensorten. Dr. M. Linde aus Ahrensburg stellte das EU-Projekt “Genrose” vor, bei dem es sich nicht – wie vielleicht aufgrund des Namens zu vermuten gewesen wäre – um transgene Ansätze bei der Rose, sondern um ein EU-Projekt handelt, in dem europäische Wildrosenarten evaluiert und als Genressourcen für die Züchtung nutzbar gemacht werden sollen. Anschließend gab Frau Dr. S. Plaschil, Berlin, Einblick in ihre Untersuchungen zur Farbvererbung bei Angelonien. Beschlossen wurden die wissenschaftlichen Vorträge von Frau Dr. A. Hohe, Erfurt-Kühnhausen, die den Stand und die Schwierigkeiten bei der Entwicklung von „artificial seeds“ vorstellte.

    Als nächster Programmpunkt folgte durch die anwesenden Professoren eine Vorstellung ihrer Forschungsinstitute der Zierpflanzenzüchtung in Deutschland. Für Berlin berichtete Prof. F. Pohlheim von drastischen Kürzungen im Agrarbereich; so wird nach seiner Emeritierung 2007 seine Professur ersatzlos gestrichen werden. In Hannover wurde die C4-Professur (Nachfolge Prof. G. Wricke) im Juli 2004 durch Herrn Prof. T. Debener wieder besetzt. Dieser wies mit einigen Bespielen auf das im Fachbereich Hannover vorhandene große Potential für die fächerübergreifende Zusammenarbeit hin. Bislang waren seine eigenen Forschungen mit einem weiten Spektrum an Methoden vor allem auf die Rosen konzentriert gewesen. In Freising-Weihenstephan steht nach Prof. G. Forkmann 2007 bzw. 2008 eine Wiederbesetzung der Züchtungsprofessuren sowohl im gartenbaulichen als auch im landwirtschaftlichen Bereich (Prof. G. Wenzel) an; dafür wird es wahrscheinlich (nur) eine gemeinsame Nachfolge geben. Zur Zeit wird hier der gartenbauliche Studiengang in enger Zusammenarbeit mit den Universitäten in Wien und Bologna grundlegend umgestellt und reformiert; Weihenstephan wird im Rahmen dieser Kooperation die Schwerpunkte Biotechnologie und Qualitätsanalyse vertreten. An der BAZ in Quedlinburg wird das Institut für gartenbauliche Kulturen anhand einiger Leitkulturen, die aus den ca. 400 in Deutschland bearbeiteten Zierpflanzenarten ausgewählt wurden, neue Methoden und Strategien für verschiedene Fragestellungen entwickeln, wie Prof. H. Schuhmann darlegte.

    Vor Abschluß des Vortragsprogramms bat Prof. Grunewaldt nach 12 Jahren der Leitung der AG Zierpflanzen die Anwesenden um Wahl eines Nachfolgers. Vorgeschlagen und gewählt wurde Prof. T. Debener, der die Wahl dankend annahm. Die bisher praktizierte Doppelspitze in der Leitung der Zierpflanzen-AG soll weiterhin beibehalten werden, so dass Herrn Debener auch künftig mit Dr. M. Mehring-Lemper ein Vertreter der praktischen Züchtung zur Seite stehen wird. Für das nächste AG-Treffen wurden als Termin der September 2005 und als Ort Hannover vorgesehen.

    Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Tagungshotel auf Einladung der Firma Benary führte ein kurzer Spaziergang in deren benachbarte Zuchtstation, in der Herr Dr. Mehring-Lemper die Teilnehmer noch einmal auch im Namen des anwesenden Seniors, Herrn Rudolf Benary, und aller Mitarbeiter des Hauses willkommen hieß und in geraffter Kürze in die Tätigkeiten des Unternehmens einführte. Die Tagung schloss mit der Besichtigung der Probefelder des Unternehmens, was noch weidlich für Gespräche genutzt wurde. Für speziell Interessente gab es zudem Gelegenheit die Samentechnischen Abteilung und das In-vitro-Labor zu besichtigen.

     (R. Sobek, Hann. Münden)